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Tiger PDF Drucken E-Mail

Der Tiger (Panthera tigris) ist eine in Asien verbreitete Großkatze. Heute ist er aus großen Teilen seines ehemaligen Verbreitungsgebietes verschwunden und mehrere Unterarten sind bereits völlig ausgestorben. Aufgrund der charakteristischen schwarzen Streifung auf goldgelbem bis rotbraunem Grund ist er unverwechselbar. Der Tiger ist die größte aller lebenden Raubkatzenarten.

Vorkommen:
Verbreitet ist der Tiger von Indien ostwärts bis China und Südostasien und nordwärts bis über den Amur hinaus ins östliche Sibirien. Die einzige heute von ihm bewohnte Insel ist Sumatra, während er auf anderen großen Inseln Indonesiens ausgerottet ist. Aus Borneo ist der Tiger nur durch einen subfossilen Zahnfund belegt, während er auf Java noch bis in die 1970er Jahre vorkam. Einst waren Tiger auch westlich von Indien in Vorderasien und Zentralasien weit verbreitet, doch hier sind sie seit den 1970er Jahren höchstwahrscheinlich ausgerottet. Allein zwischen 1995 und 2005 hat sich der Lebensraum des Tigers in Asien um 40 % verringert, so dass die Tiere heute nur noch sieben Prozent ihres ursprünglichen Habitats besiedeln.[1] Die IUCN listet die Gesamtpopulation des Tigers als „stark gefährdet“. Nähere Angaben zu den Verbreitungsgebieten: siehe Unterarten.

Verbreitungsareal des Tigers 1900 u. 1990

Tiger sind in erster Linie Waldtiere. Sie brauchen die Deckung des Unterholzes, in dem ihnen ihre Streifung die beste Tarnung gibt. Je nach Region leben sie in tropischen Regenwäldern, gemäßigten Laubwäldern oder borealen Nadelwäldern. In einem Tigerrevier befinden sich häufig Seen oder Flüsse, da Tiger gern und häufig schwimmen.

 

Sozialverhalten:
Tiger sind in aller Regel Einzelgänger, daher kommen Männchen und Weibchen nur kurzzeitig zur Paarung zusammen. Durch Markierung mit Urin grenzen sie ein Revier ab, dessen Größe von der Verfügbarkeit von Beutetieren abhängt. Im Süden umfasst ein Revier etwa 30 bis 50 km², im Norden bei den Sibirischen Tigern bis zu 250 km² und mehr. Weibchen unterhalten meistens deutlich kleinere Reviere als Männchen. Als territoriale Tiere verteidigen Tiger ihr Revier gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen. Hat das Weibchen erst einmal geworfen, wird es besonders aggressiv, da ein nun eindringendes, fremdes Männchen die Jungen töten könnte.

Da junge Tiger bis zu drei Jahre bei ihrer Mutter bleiben, findet man Weibchen fast stets in Gesellschaft von jungen oder jugendlichen Tigern. Weibchen haben nur einen Wurf zur selben Zeit. Ihre Tragzeit beträgt ca. 100–110 Tage, hiernach bringen sie meistens zwei oder drei, selten ein bis sechs Junge zur Welt. Mit drei bis vier Jahren werden Tiger geschlechtsreif. Ihre Lebensdauer liegt bei 20 bis 25 Jahren.


Ernährung:
In erster Linie ernähren sich Tiger von großen Säugetieren. Huftiere wie Antilopen, Hirsche, Schafe, Ziegen und Wildschweine sind die Hauptbeute, seltener auch kleinere Säuger wie Hasen, Kaninchen und Wasservögel, aber auch Reptilien bis hin zu größeren Krokodilen. Der Tiger kann im Alleingang sogar so mächtige Tiere wie Gaurbullen erlegen. Gelegentlich reißt er sogar junge Elefanten und Nashörner, die sich zu weit von der Mutter entfernt haben. Tiger schleichen sich an ihre Beute heran und springen sie nach einem kurzen Spurt an. Zum Töten beißen sie meist ins Genick (wobei die kräftigen Kiefer das Genick brechen) oder in die Kehle.

Menschen werden im Bereich des Gangesdelta regelmäßig, im Gesamtverbreitungsgebiet ansonsten sehr selten erbeutet. Manche Tiger werden aus unbekannten Gründen zu nahezu reinen Menschenfressern. Mögliche Gründe für die Entwicklung zum „Maneater“ können Verletzungen sein, die den Tiger daran hindern, seine natürliche Beute in ausreichendem Maß zu erlegen; einen Ausweg bietet in diesem Fall der Mensch, der viel langsamer und nicht so wehrhaft ist wie viele Beutetiere. Tiger dringen im Gegensatz zu Leoparden nicht in menschliche Siedlungen ein, sondern töten Menschen, die ihre Dörfer verlassen, zum Beispiel Holzfäller und Honigsammler.


Unterarten:
Es werden neun Unterarten unterschieden, von denen drei bereits ausgestorben sind:


  • Sibirischer Tiger, Amur- oder Ussuri-Tiger (P. t. altaica); die größte Unterart des Tigers war einst weit über das östliche Sibirien, die Mandschurei und Korea verbreitet; durch massive Nachstellung wurde der Bestand zwischenzeitlich auf etwa 150 Tiere im chinesisch-russischen und chinesisch-koreanischen Grenzgebiet reduziert; dieser Bestand ist inzwischen wieder auf etwa 530 Individuen angewachsen (lt.WWF, Zählung 2005[4]), aber immer noch vom Aussterben bedroht.
  • Südchinesischer Tiger (P. t. amoyensis); einst in großen Teilen Chinas verbreitet; heute leben wenn überhaupt noch ca. 20 Exemplare in den Bergen von Guangdong; mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies die nächste Unterart, die aussterben wird; selbst wenn Schutzmaßnahmen greifen, besteht Sorge, ob eine so kleine Population überhaupt noch überlebensfähig ist (siehe genetischer Flaschenhals). Natürlich wird diese Unterart von der IUCN als „vom Aussterben bedroht“ aufgeführt. Die Population in Zoos und somit ein Zuchtprogramm wurde erst spät aufgebaut und beschränkt sich gänzlich auf chinesische Zoos, sodass mit einem Erfolg kaum zu rechnen ist, zumal die Tiere in menschlicher Obhut aus dem bereits genetisch stark eingeschränkten Wildbestand stammen. Einzig, die engagierte Stiftung Save Chinas Tigers (siehe Artikel) bemüht sich um Nachzucht und Jagdgewöhnung Südchinesischer Tiger ausserhalb Chinas in einem Reservat in Südafrika, um diese dann wieder in ihrem ursprünglichen Habitat auszuwildern. [5]
  • Bali-Tiger (P. t. balica); diese kleinste Unterart war endemisch auf Bali und wurde durch exzessive Jagd und Habitatzerstörung in den 1940ern ausgerottet.
  • Indochinesischer Tiger (P. t. corbetti); verbreitet auf dem Festland Südostasiens; es gibt maximal 1200 Exemplare (die Population des Malaysia-Tigers muss von den bekannten Zahlen des Indochinesischen Tigers abgezogen werden, da der Malaysia-Tiger eine eigene Subspezies darstellt), die u.a. in Kambodscha, Thailand, Myanmar, Laos und in geringer Zahl in Vietnam überlebt haben.
  • Malaysia-Tiger, malaysischer Tiger oder Jackson-Tiger (P. t. jacksoni); auf der malaiischen Halbinsel verbreitet und ebenfalls stark bedroht; die Eigenständigkeit dieser Unterart, die vorher zum Indochinesischen Tiger gerechnet wurde, wurde erst 2004 durch Genanalysen nachgewiesen. Der WWF geht von einer Gesamtpopulation von max. 650 Tieren aus.
  • Sumatra-Tiger (P. t. sumatrae); als einzige Insel-Unterart konnte der Sumatra-Tiger bis heute überleben; es gibt noch 500 Individuen in den
    Bergen Zentral-Sumatras. Von den lebenden Unterarten ist dies die kleinste. Die IUCN listet sie als „vom Aussterben bedroht“.
  • Java-Tiger (P. t. sondaica); auf Java, der am dichtesten bevölkerten Insel Indonesiens, war diese Unterart verbreitet; letzte Beweise für drei lebende Exemplare datieren auf 1979; seit Beginn der 1980er Jahre gilt diese Unterart daher als ausgestorben.

  • Bengaltiger, Indischer Tiger oder Königstiger (P. t. tigris); die zweitgrößte Unterart ist verbreitet in Indien, in Bangladesch, Teilen Bhutans und Nepals sowie im Westen Myanmars; noch 2004 wurde (lt. WWF) mit einer Population von 4500 Individuen allein auf indischem Staatsgebiet kalkuliert. Heute weiß man, dass in Indien maximal 1500 Exemplare in freier Wildbahn anzutreffen sind. Eine Maximal-Anzahl von weiteren 500 Exemplaren finden sich in den angrenzenden Polulationsländern; der Königstiger gilt als bedroht, jedoch weniger gefährdet als die anderen Unterarten; Artenschützer warnten wiederholt vor dem drohenden Aussterben des Indischen Tigers in Indien und den benachbarten Staaten. Trotz eines internationalen Verbots betreiben kriminelle Organisationen einen schwunghaften Handel mit Tigerfellen.
  • Kaspischer Tiger, Persischer Tiger oder Turan-Tiger (P. t. virgata); eine Unterart mit einer ursprünglich extrem weiten Verbreitung von Anatolien über den Iran und Zentralasien bis in die Mongolei; frühzeitig wurde der Kaspische Tiger in weiten Teilen dieses Gebietes ausgerottet; er ist nun sowohl in freier Wildbahn als auch in Gefangenschaft ausgestorben; die letzten hielten sich bis zu Beginn der 1970er Jahre in Südwest-Asien. Neuere molekularbiologische Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Unterart mit dem Sibirischen Tiger identisch ist und das Verbreitungsgebiet der beiden Populationen möglicherweise erst durch den Menschen getrennt wurde.

 

 Quell: Wikipedia

 

 

 
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